Studienprojekt 2022 „Was heißt hier Handel?“

universal – flexibel – wandlungsfähig

Ziel und Anlass des Studienprojektes

Die Themen Klimaschutz und Corona-Pandemie stehen in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion an erster Stelle. Die Einzelhandelsbranche und die urbanen Geschäftslagen spielen dabei vor allem als Leidtragende eine Rolle, die sich den Herausforderungen stellen müssen. Doch das Reagieren auf die veränderten Rahmenbedingungen allein reicht nicht aus.

Dringender denn je besteht die Notwendigkeit eines aktiven Umgangs mit den Transformationsprozessen und die Entwicklung innovativer ökonomisch nachhaltiger Geschäftsmodelle sowie ökologischer und städtebaulich-architektonischer Lösungsansätze. Dazu gehört auch, dass die Entwicklung innerstädtischer Handelslagen die Trends zu neuen Einzelhandelskonzepten mit Blick auf regionale Stoff- und Wirtschaftskreisläufe unterstützen und diese gleichzeitig in den Kontext integrierter räumlich-funktionaler Konzepte bzw. Strategien stellen muss.

Auch diesmal werden die engen synergetischen Beziehungen dazu führen, dass Stadt und Handel ihr „Gesicht“ verändern. Deshalb soll der Frage nachgegangen werden: Was heißt hier Handel?

HANDEL HEISST: …

…HANDELN: NEUE VERANTWORTUNG UND ANEIGNUNG

Die Entwicklung von Stadt- und Ortszentren mit einem integrativen Ansatz kann und soll nicht allein im privatwirtschaftlichen Sektor organisiert werden. Die Kooperation von kommunalem und privatwirtschaftlichem Engagement, welche sowohl zivilgesellschaftliches, privatwirtschaftliches und öffentliches Engagement verbindet, ist die Voraussetzung zur Generierung neuer Synergien.

…HANDEL UND MEHR: DIGITALES ZEITALTER UND LOKALKOMPETENZ

Das digitale Zeitalter verändert maßgeblich die Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Lebens und wirtschaftlicher Produktions- sowie Handelskreisläufe und damit auch die Prämissen der Handels- und Stadtentwicklung. Schon heute sind stationärer Handel und Online-Handel untrennbar miteinander verwoben. Urbane sowie regionale Produktions- und Vertriebskreisläufe erzeugen wieder stärker die Nähe zum Kunden und Verbraucher. Die Stadt- und Quartierszentren benötigen vermehrt individuell gestaltete und regionale Handelsformate mit professioneller Beratung. Zudem bildet die Digitalisierung die wesentliche Voraussetzung, um hybrides Arbeiten zu ermöglichen. Sie ermöglicht neue Mobilitätsformen und -muster sowie neue Logistik in Stadt und Land.

 

…MULTIKODIERUNG: NUTZUNGSVERDICHTUNG UND MEHRFACH GENUTZTE URBANE FREIFLÄCHEN

Nutzungsverdichtung im Sinne einer Mehrfachnutzung von Flächen ist eine Antwort auf die sozioökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen, der menschliche Maßstab ist hier das Maß. Grün- und Freiräume sowohl im Stadtraum als auch auf Dächern und an Fassaden gewinnen als grün-blaue Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung in der verdichteten Stadt. Sie tragen zur Klimavorsorge bei und werden zum Katalysator als Orte der Kommunikation, Interaktion und Freizeit. Städtische Entwicklung braucht das Wechselspiel von gebauter Nutzungsdichte, architektonische Qualität und qualitätvollen Grün- und Freiräumen.

…ARCHITEKTUR: FLEXIBILITÄT UND MODULARITÄT

Die Veränderung von Handelslagen zum Multifunktionsraum erfordert Modularität und Flexibilität in der Planungskultur und der Immobilienwirtschaft. Beides ist unabdingbar vor dem Hintergrund der sich ständig ändernden Bedürfnisse und Anforderungen an städtische Räume und Ressourceneffizienz.

…STADTREGION: REGIONALE KREISLÄUFE UND BEZIEHUNGSGEFÜGE

Städte sind Teil regionaler Identitäten und stehen in einem engen Austausch mit ihrem Umland bzw. ihrer Region. Somit vollzieht sich die Transformation urbaner Handelslagen nicht insulär, sondern differenziert nach den jeweiligen Rahmenbedingungen in den einzelnen regionalen Entwicklungskernen. Die notwendige Stärkung regionaler Kreisläufe (Produktion, Mobilität, Verbraucher) bedarf einer engen regionalen Abstimmung (z. B. durch interkommunale Kooperationen). 

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Die Auftaktveranstaltung fand am 28. - 29. April 2022 in Kaiserslautern statt!