Leipzig follows vitality - Passagen 2.0

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Projektbeschreibung

Projektbeschreibung
(Abgabeleistung der Studierenden)

2018 zeigt sich die Leipziger City als belebt und durchmischt mit einem Fokus auf Einzelhandel. Was
würde passieren, wenn dieser Fokus auf anderen Funktionen liegen würde? In den drei erarbeiteten
Szenarien sollte dieser Gedanke zu Ende ausgeführt werden. Im ersten Szenario, der « Retailligence
Zone » , wurden Trends des Smart Retail und Smart Logistic verankert. Die Innenstadt stellt darin eine
Zone des sogenannten „No-line commerce“ dar, in der es einen kompletten, technologiebasierten
Datenaustausch zwischen Online- und stationärem Handel gibt. Leipzig könnte sich als ein Vorreiter im Sinne der Technologisierung etablieren und dadurch Besucher*innen der Innenstadt eine neue,
moderne Art des Einkaufserlebnisses bieten.


Beim Szenario « Businey Land », ein Wortspiel aus „Business“ und „Disneyland“, wird eine
komplette Eventisierung der Innenstadt für Tourist*innen sowie Business- und Messebesucher*innen
dargestellt. Im „Businey Land“ wird die Innenstadt zum Showroom – für Luxusware, Messeexponate
und Souvenirs. Wohnen in der Innenstadt wäre in den beiden erst benannten Szenarien nicht
vorgesehen. Anders beim dritten Szenario « Gute Stube » , bei dem die Innenstadt zum attraktiven
Wohn- und Lebensraum umgestaltet wird. Ein stärkerer Ausbau des Onlinehandels führt dabei zwar
zu einem erhöhten Leerstand im Erdgeschossen, es bieten sich aber auch Möglichkeiten für neue
Nutzungen. Insbesondere die Ausweitung experimenteller Flächen für soziale Interaktion im
öffentlichen und privaten Raum soll beim Szenario „Gute Stube“ initiiert werden.
Die Vor- und Nachteile der drei Szenarien wurden abgewogen, woraufhin einzelne Qualitäten in das
Wettbewerbskonzept « Leipzig follows vitality » einflossen. Als ein großes Potential für eine vitalere
Innenstadt erachten wir die Leipziger Passagen. Einige dieser Passagen haben im Verlauf der Zeit ihren gestalterischen und funktionalen Charme verloren, sollen aber mit dem « Third Space » Konzept
wieder aufgewertet werden. Dieses Konzept basiert auf Studien von Ray Oldenburg aus dem Jahr 2000, in denen die Annahme über drei Kategorien von Raum getroffen wird: Es gäbe den « First Space » als Wohnraum, den « Second Space » als Arbeitsraum und den « Third Space » als Raum des Alltagslebens, in dem sich Menschen versammeln, kommunizieren und sich sozialisieren. So kann ein « Third Space » ein Park, ein Café oder auch ein Friseursalon sein, je nach gesellschaftlichen Lebensweisen und Traditionen.

Exemplarisch wurden diese Ideen auf die Messehof-Passage angewandt. Trotz ihrer direkten
Anbindung zu den touristisch und funktional intensiv genutzten Köngishaus- und Mädlerspassagen ist
die Messehofpassage von Leerstand geprägt. Durch eine Umnutzung dieser Leerstandsflächen zu
einem kooperierenden System aus Café, Coworking-Space, Präsentations- und Vortragsraum,
Werkstatt, Bar und Proberaum könnte ein lebendiger Unterhaltungsraum geschaffen werden. Dieses
Konzept wurde an die Vor-Ort-Bedingungen feinstimmig angepasst, so wird zum Beispiel die Nähe zur
Uni Leipzig als vielversprechend angesehen und könnte weitere Laufkundschaft akquirieren.
Für die gesamte Leipziger Innenstadt gelte es mit einem ähnlich sensiblen Pragmatismus im Sinne des Gemeinwohls weitere Third Spaces aufzuwerten. Dadurch könnte die Funktion Leipzigs als
Einzelhandelsstandort weiter ausgebaut und durch einen sozialeren, kommunikativeren Ansatz
verstärkt werden. Dabei gelte es, sich nicht dem technologischen Fortschritt zu versperren, sondern
ihn in die engen sozialen, städtischen Gefüge zu etablieren.
Leipzig follows function and Leipzig’s function is vitality!

Universität

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Bearbeitungszeitraum

April – Juli 2018

Bearbeiter*innen

Maximilian Tobisch
Sandra Plache
Ksenia Faust
Samuel Heurtebize

Betreuung

Fachgebiet Stadtmanagement
Prof. Dr. Silke Weidner
Dipl.-Ing. Tihomir Viderman

Studiengang:
Stadt- und Regionalplanung

Kategorien:

Einzelhandelsstandorte
Öffentlicher Raum
Preisträger
Wettbewerb 2018